Corona und das Deutsche Sportabzeichen

Corona und das Deutsche Sportabzeichen

UPDATE:

Da mittlerweile in allen Bundesländern unter Einhaltung der vorgegebenen hygienischen Maßnahmen wieder die Möglichkeit zum Ablegen eines Schwimmnachweises besteht, gelten ab sofort wieder die ursprünglichen Regularien, wie im Prüfungswegweiser beschrieben.

 

Stand: 10. Juli 2020

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In vielen Jahren ist es gelungen, das Deutsche Sportabzeichen als Nachweis für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit zu etablieren. Deutlich wird dies dadurch, dass es inzwischen in vielen Bereichen (Sportstudium, Polizei, Feuerwehr, Zoll, etc.) zur Grundvoraussetzung für eine Bewerbung gehört. Auch Krankenkassen bieten als mögliche Bonuskriterien einen Nachweis sportlicher Betätigung durch ein Deutsches Sportabzeichen. 

Im Zuge der beginnenden Corona-Krise wurde auch im Sport die gesamte Betätigung auf Null heruntergefahren. Dies galt sowohl für internationale Meisterschaften wie auch für die wöchentlichen Sportabzeichen-Treffs. Während der Stopp relativ zentral angeordnet wurde, erfolgt die Rückkehr zur angestrebten Normalität, soweit das in den nächsten Monaten möglich ist, im Rahmen des Föderalismus. D.h. die einzelnen Bundesländer erlassen unterschiedliche Verhaltensregeln. Da sich viele Sportanlagen und Schwimmbäder in kommunalem Eigentum befinden, kann es sein, dass auch auf dieser Verwaltungsebene unterschiedliche Maßnahmen beschlossen werden. 

Am 20.04.2020 haben die 16 Sportminister der Länder unter Teilnahme des DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann und der Vorstandsvorsitzenden Veronika Rücker in einer Telefonkonferenz zur Wiederaufnahme des vereinsbasierten Sporttreibens diskutiert. Zu Beginn sollten natürlich bevorzugt Sportarten im Freien angeboten werden, da sich hier vorgegebene Hygienevorschriften leichter umsetzen lassen. Für das Deutsche Sportabzeichen trifft dies auf das Radfahren und die Leichtathletik zu. Gerätturnen wird fast immer in der Halle durchgeführt, auch ist dabei körperlicher Kontakt durch Hilfestellung wahrscheinlicher. Wie es im Bereich Schwimmen in den nächsten Wochen weitergeht, ist momentan noch nicht entschieden. Hier muss die Politik noch klare Vorgaben erlassen, da es bei schönem Wetter zu größeren Besucherzahlen kommt. Neben dem Schutz der Besucher*innen tragen die Betreiber natürlich auch eine Verantwortung für ihre Mitarbeiter*innen. 

Diese Gemengelage führt dazu, dass der DOSB keine allgemeingültigen Vorgaben für die Wiederaufnahme der Trainings- und Prüfungsaufnahme ausspricht. Dies kann, wenn überhaupt, nur in Abstimmung zwischen den Landessportbünden, den Landesregierungen, Kommunen und Vereinen erfolgen und sollten vor dem Hintergrund der zehn Leitplanken des DOSB erarbeitet werden.  

Sonderfälle bilden die zu Beginn genannten Personengruppen. Bei diesem Personenkreis geht es um eine angestrebte Ausbildung bzw. einen Beruf. Hierfür gibt es Bewerbungszeiten und -fristen und ohne Nachweis des Deutschen Sportabzeichens ist eine Bewerbung nicht möglich. Da auch hier im Bereich Schwimmen am ehesten Probleme zu erwarten sind, empfehlen wir bis auf Widerruf eine größere Bandbreite bei der Anerkennung des Schwimmnachweises:

  • Anerkennung des Schwimmnachweises aus dem Kinder- und Jugendbereich
  • Längere Anerkennung des Nachweises im Erwachsenenbereich
  • Anerkennung von älteren Schwimmabzeichen. 

Sollte jedoch noch nie jemand zuvor nachweislich geschwommen sein, kann es grundsätzlich, auch in dieser schwierigen Zeit, keine Verleihung eines Deutschen Sportabzeichens geben.

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