E-Learning war gestern SALTO ist morgen - eQualification 2013 in Berlin

Letzte Woche (02./03.12.) fand in Berlin die Statuskonferenz „eQualification“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) statt, die durch den Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit veranstaltet wurde. Die Überschrift der diesjährigen Fachtagung lautete „Berufliches Lernen und Arbeiten in der digitalen Gesellschaft“. Vertreten waren knapp 50 Projekte. Ziel dieser Veranstaltung ist es, dass sich die Projekte im Rahmen von Impulsvorträgen, Workshops, Exkursionen und einer Postersessions untereinander austauschen. Deshalb war das SALTO-Verbundprojekt in diesem Jahr wieder mit 1-2 Vertretern aus jedem Teilprojekt auf der Veranstaltung vertreten und zählte somit zu den großen Projekten in der Förderlinie des BMBF.

Bereits der Impulsvortrag von Prof. John Erpenbeck stieß für mich fast nebenbei eine Diskussion über den Begriff „E-Learning“ an, die ich a) schon länger mit mir selbst führe und b) häufig aufkommt, wenn wir das Projekt SALTO vorstellen. Ursprung dieser Diskussion ist, dass Gespräche über E-Learning häufig über Computer Based Trainings (CBT) oder Web Based Trainings (WBTs) geführt werden und hier der Fokus schnell auf die technischen Komponenten gerichtet wird. Außerdem ist der Begriff durch viele unglückliche Erfahrungen aus den Anfängen des digitalen Lernens für einen großen Personenkreis negativ behaftet.
Zusammengefasst: E-Learning ist eher technisch geprägt und wird nur gemacht, wenn man etwas Technisches einsetzt, wie z. B. eine Lernplattform (und wenn dort nur PDFs hochgeladen werden) ein CBT oder ein WBT.

 

Da wir uns im SALTO-Projekt von dieser Technikzentrierung distanzieren und mehr den Ermöglichungscharakter der Technik sehen, sprechen wir vom Lehren und Lernen mit digitalen Medien, was nach unserer Meinung den Kontext des Einsatzes (mediendidaktisch) und damit die Person deutlich in den Vordergrund stellt.

Die Einordnung von E-Learning auf einem Zeitstrahl (siehe Foto) von Herrn Prof. Erpenbeck bestätigt uns in SALTO in dieser Denkweise. Denn wie man erkennen kann, war „E-Learning“ gestern. Mit dem SALTO-Projekt bewegt sich der organisierte Sport auf dieser Grafik im heute und morgen. Dies ist auf unsere Schwerpunkte im Blended Learning, der kollaborativen Ausrichtung des Bildungsnetzes (social Learning) und auf die selbstorganisierten, informellen Aneignungsprozesse im Bildungsnetz zurückzuführen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden die rechtlichen Herausforderungen beim digitalen Lernen sowie die zukünftigen Gefahren und die großen Chancen diskutiert. Speziell die rechtlichen Fragen, werden uns in SALTO in nächster Zeit beschäftigen. Das juristische Fundament stellt für das Bildungsportal eine wesentliche Säule dar, um die Chancen im Projekt wahrnehmen und nutzen zu können.

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